Gemeindezentren veröden
Der Trend der letzten Jahre zeigt eine Abwanderung von BewohnerInnen und vom Einzelhandel aus dem innerstädtischen Bereich an den Ortsrand. Die Suburbanisierung vollzieht sich sozial selektiv, d.h., dass vor allem junge, gebildete und mobile Menschen wandern ab. Der sich daraus ergebenden Negativspirale können folgende Faktoren entgegenwirken: strengere Flächenwidmungsplanung, Sonderregelungen zur Stärkung des Ortskernes, Fokussierung der Wohnbauförderung auf zentrale Lagen, Sanierung und nutzungsdurchmischte Projekte.

Antwort schreiben 
 
Themabewertung:
  • 520 Bewertungen - 2.7 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Konzept zur Stärkung der Ortszentren
08.05.2014, 13:17 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 08.05.2014 13:27 von Dipl.-Ing. Stephanie Palfy.)
Beitrag: #1
Einkaufszentren nur mehr in überörtlichen abgegrenzten Ortszentren
(18.04.2014 08:03)Dr. Wilfried Bertsch schrieb:  (Evaluierung der Eignungszonen für Einzelhandelsentwicklung in Vorarlberg)

Als weiterer Schritt zur Gegensteuerung einer Einzelhandelsentwicklung mit Bevorzugung peripherer, verkehrsgünstiger Standorte bei gleichzeitiger Schwächung der Ortszentren wurde das Konzept zur Stärkung der Ortszentren in Ergänzung zum Konzept „Einkaufszentren – Ziele der Raumplanung“ erarbeitet und seitens der Landesregierung am 28.11.2000 beschlossen.

Das Konzept geht davon aus, dass die Erhaltung und Ausbildung funktionsfähiger Ortszentren eines der Hauptziele einer zukunftsfähigen und qualitätsorientierten Siedlungsentwicklung ist. Dabei ist sowohl eine gute Erreichbarkeit von außen als auch die Erhaltung oder Schaffung von verkehrsberuhigten Innenbereichen anzustreben.

Als eine der Maßnahmen sieht das Konzept vor, dass in regional bedeutsamen Ortszentren Eignungszonen ausgewiesen werden, um die Ansiedlung von Einkaufszentren zu erleichtern. In diesen Bereich ist künftig als Verfahrensvereinfachung eine Widmung für einzelne Einkaufszentren ohne eigenen standortspezifischen EKZ-Landesraumplan möglich. Derzeit bestehen in 11 Städten und größeren Marktgemeinden EKZ-Eignungszonen für das Zentrum. In diesen 11 Gemeinden mit (klein) regionaler oder überregionaler Versorgungsfunktion leben über 56 % der Bevölkerung von Vorarlberg.

Die EKZ-Eignungszonen Zentrum sind in acht Gemeinden seit dem Jahr 2002, in einer Gemeinde seit 2005 und in zwei Gemeinden seit rund 4-6 Jahren gültig oder erweitert worden und beinhalten keine Regelungen betreffend der höchstzulässigen Verkaufsflächen oder Warengruppen, der EKZ-Anzahl oder der Verpflichtung zur Festlegung eines Mindestmaßes der baulichen Nutzung.

Mit diesem Instrument der Positivplanung wird die Ansiedlung von Handelsbetrieben im zentralen Kernbereich erleichtert. Die Studie Masterplan Einzelhandelsentwicklung im Rheintal und Walgau spricht die Gefahren einer ungeordneten (Verkaufsflächen) Entwicklung ohne Größenbegrenzung an. Fehlender Attraktivitätsgewinn für die gesamte Innenstadt, Verlagerungstendenzen innerhalb des zentralen Kernbereiches, wenig neue Angebotsstrukturen oder eine Schwächung der Innenstadt können die Folge einer ungeordneten Entwicklung sein.
Die Studie empfiehlt auch für Entwicklungen innerhalb der Eignungszonen die zukünftigen strukturverträglichen Potenziale zu berücksichtigen bzw. die Auswirkungen innerhalb der Innenstadt zu prüfen.


Die Errichtung von Einkaufszentren könnte nur mehr in überörtlich abgegrenzten Ortszentren zulässig sein (vgl. Stadt- und Ortszentren gemäß Salzburger Raumordnungsgesetz i.d.g.F.). Der Gemeinde sollte dabei im Rahmen der Flächenwidmung die Möglichkeit geboten werden, die maximal zulässige Verkaufsfläche je Projekt innerhalb eines Ortszentrums festzulegen, um steuernd einzuwirken. Gleichzeitig wäre die Einschränkung bestehender Einkaufszentren zu überlegen. Ideen sind, die Entwicklung bestehender Einkaufszentren außerhalb eines definierten Ortszentrums einzufrieren oder nur mehr in untergeordnetem Ausmaß (beispielsweise einmalige Vergrößerung) ermöglicht werden. Eine eigenständige Widmung für Einkaufszentren könnte somit entfallen.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden Geben Sie diesem Benutzer eine Bewertung
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
18.04.2014, 08:03
Beitrag: #2
Konzept zur Stärkung der Ortszentren
(Evaluierung der Eignungszonen für Einzelhandelsentwicklung in Vorarlberg)

Als weiterer Schritt zur Gegensteuerung einer Einzelhandelsentwicklung mit Bevorzugung peripherer, verkehrsgünstiger Standorte bei gleichzeitiger Schwächung der Ortszentren wurde das Konzept zur Stärkung der Ortszentren in Ergänzung zum Konzept „Einkaufszentren – Ziele der Raumplanung“ erarbeitet und seitens der Landesregierung am 28.11.2000 beschlossen.

Das Konzept geht davon aus, dass die Erhaltung und Ausbildung funktionsfähiger Ortszentren eines der Hauptziele einer zukunftsfähigen und qualitätsorientierten Siedlungsentwicklung ist. Dabei ist sowohl eine gute Erreichbarkeit von außen als auch die Erhaltung oder Schaffung von verkehrsberuhigten Innenbereichen anzustreben.

Als eine der Maßnahmen sieht das Konzept vor, dass in regional bedeutsamen Ortszentren Eignungszonen ausgewiesen werden, um die Ansiedlung von Einkaufszentren zu erleichtern. In diesen Bereich ist künftig als Verfahrensvereinfachung eine Widmung für einzelne Einkaufszentren ohne eigenen standortspezifischen EKZ-Landesraumplan möglich. Derzeit bestehen in 11 Städten und größeren Marktgemeinden EKZ-Eignungszonen für das Zentrum. In diesen 11 Gemeinden mit (klein) regionaler oder überregionaler Versorgungsfunktion leben über 56 % der Bevölkerung von Vorarlberg.

Die EKZ-Eignungszonen Zentrum sind in acht Gemeinden seit dem Jahr 2002, in einer Gemeinde seit 2005 und in zwei Gemeinden seit rund 4-6 Jahren gültig oder erweitert worden und beinhalten keine Regelungen betreffend der höchstzulässigen Verkaufsflächen oder Warengruppen, der EKZ-Anzahl oder der Verpflichtung zur Festlegung eines Mindestmaßes der baulichen Nutzung.

Mit diesem Instrument der Positivplanung wird die Ansiedlung von Handelsbetrieben im zentralen Kernbereich erleichtert. Die Studie Masterplan Einzelhandelsentwicklung im Rheintal und Walgau spricht die Gefahren einer ungeordneten (Verkaufsflächen) Entwicklung ohne Größenbegrenzung an. Fehlender Attraktivitätsgewinn für die gesamte Innenstadt, Verlagerungstendenzen innerhalb des zentralen Kernbereiches, wenig neue Angebotsstrukturen oder eine Schwächung der Innenstadt können die Folge einer ungeordneten Entwicklung sein.
Die Studie empfiehlt auch für Entwicklungen innerhalb der Eignungszonen die zukünftigen strukturverträglichen Potenziale zu berücksichtigen bzw. die Auswirkungen innerhalb der Innenstadt zu prüfen.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden Geben Sie diesem Benutzer eine Bewertung
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Antwort schreiben 


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste