Gemeindezentren veröden
Der Trend der letzten Jahre zeigt eine Abwanderung von BewohnerInnen und vom Einzelhandel aus dem innerstädtischen Bereich an den Ortsrand. Die Suburbanisierung vollzieht sich sozial selektiv, d.h., dass vor allem junge, gebildete und mobile Menschen wandern ab. Der sich daraus ergebenden Negativspirale können folgende Faktoren entgegenwirken: strengere Flächenwidmungsplanung, Sonderregelungen zur Stärkung des Ortskernes, Fokussierung der Wohnbauförderung auf zentrale Lagen, Sanierung und nutzungsdurchmischte Projekte.

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Sonderregelungen zur Ortskern-Revitalisierung
08.05.2014, 13:19
Beitrag: #1
Restriktive Kerngebietszonenausweisung
(24.03.2014 10:38)Arch. DI Norbert Frei schrieb:  Stadt- und Ortskerne sind unsere historisch gewachsenen Zentren. Sie sind das Einzige, das wir noch unter regionaler Identität verstehen. Darum gilt es, sowohl in der Bauordnung wie auch in der Raumordnung und im Zuge von Betriebsstättengenehmigungen Sonderregelungen zu schaffen, die eine Betriebsansiedlung (z.B.: Gasthaus, Cafe, Frisör, Trafik u.dgl.) ganz einfach erleichtern.
So kann man z.B. über die Raumordnung historisch gewachsene Zentren als eine neue Widmungskategorie definieren, in der es eben diese Erleichterungen gibt, in der Förderungsmittel z.B. aus dem Revitalisierungsfonds bereitgestellt werden, wo im Baugesetz oder im Zuge von Betriebsstätten geforderte Raumhöhen nicht erforderlich sind.

Ziel der Landesgesetzgebung sollte sein, die Kerngebietszonen restriktiver auszuweisen. Denn momentan ist die Situation so, dass Kerngebiete, die ja eigentlich Kern – Stadtkern – sein sollten, sehr weit an die Stadtränder gewidmet werden und dadurch auch Einkaufszentrenwidmungen in Stadtrandlagen jederzeit möglich sind.

Empfehlenswert wären einheitliche, restriktivere Kriterien für die Widmung von Kerngebieten. Kriterien könnten beispielsweise darstellen: die Nähe zum Ortszentrum, dichte Bebauungsstrukturen (GFZ>1), fußläufige Verbindung zu zentralen, öffentlichen und sozialen Einrichtungen, eine ausreichende Bedienungsqualität durch den öffentlichen Personennahverkehr, eine entsprechende Nutzungsdurchmischung von Dienstleistung, Handel, Wohnen, kulturellen und öffentlichen Einrichtungen, Gastronomie- und Beherbergung.
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18.04.2014, 07:55 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 18.04.2014 07:56 von Dr. Wilfried Bertsch.)
Beitrag: #2
Innenstadtentwicklung mit Maß und Ziel
(Ausgangslage: aktuelle Studie Einzelhandelsentwicklung im Vorarlberger Rheintal und Walgau)

Aktuell liegen rund 70 % der Verkaufsflächen in Streulage / an der Peripherie. Die Steigerungen seit 2001 haben in den Zentralorten vor allem in diesen Lagen stattgefunden, das Ungleichgewicht wurde verstärkt. Nur an wenigen Standorten lässt sich diese Dynamik auch für die Kernbereiche feststellen.

Durch eine bevorzugte Entwicklung in den Innenstädten soll einer weitere Schwächung der Versorgungsfunktion in den Ortskernen bzw Innenstädten begegnet werden. Weitere Entwicklungen sind damit mit einer hohen Sensibilität vorzunehmen.

Eine massive dezentrale Entwicklung wird in der Studie nicht empfohlen, eine gezielte Weiterentwicklung mit Warengruppen ohne stärkere Zentrumsfunktion (sogenannte „autoaffine“ Waren bzw Lebensmittelanbieter bei ausreichender Wohnstandortnähe) ist möglich.
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24.03.2014, 10:38
Beitrag: #3
Sonderregelungen zur Ortskern-Revitalisierung
Stadt- und Ortskerne sind unsere historisch gewachsenen Zentren. Sie sind das Einzige, das wir noch unter regionaler Identität verstehen. Darum gilt es, sowohl in der Bauordnung wie auch in der Raumordnung und im Zuge von Betriebsstättengenehmigungen Sonderregelungen zu schaffen, die eine Betriebsansiedlung (z.B.: Gasthaus, Cafe, Frisör, Trafik u.dgl.) ganz einfach erleichtern.
So kann man z.B. über die Raumordnung historisch gewachsene Zentren als eine neue Widmungskategorie definieren, in der es eben diese Erleichterungen gibt, in der Förderungsmittel z.B. aus dem Revitalisierungsfonds bereitgestellt werden, wo im Baugesetz oder im Zuge von Betriebsstätten geforderte Raumhöhen nicht erforderlich sind.
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